Teddy Lane für einen sicheren Radstreifen in der Prüfeningerstraße

Veröffentlicht von Michael Achmann am

Teddy Lane in der Prüfeningerstraße

Das Team des „Radentscheid Regensburg“ hat am Donnerstag, 12.09., um 17 Uhr erneut den roten Fahrradweg in der Prüfeningerstraße ausgerollt. Die Aktion nimmt Bezug auf die Forderung der Initiative, geschützte Radfahrstreifen an vielbefahrenen Hauptstraßen als eine mögliche Ausgestaltung der Hauptrouten für den Fahrradverkehr einzurichten. Dabei diente ein roter Teppich als symbolischer Radweg, der durch Teddys am Rand abgesichert wurde. Gerade zum Schulstart möchten wir nochmals darauf aufmerksam machen, wie wichtig sichere Radwege sind, vor allem auch, damit Kinder und Jugendliche sicher zur Schule kommen. An der Aktion haben sich 20 Personen beteiligt, die Anwesenden sind mit ihren Fahrrädern über den temporären Radweg gefahren, danach wurden Unterschriften für den Radentscheid gesammelt. Der Radentscheid beginnt mit der Fahrraddemo nächsten Freitag, 20.09.2019 seinen Endspurt, die Organisatoren wollen die Unterschriften Mitte Oktober beim Wahlamt einreichen.

Die Aktion fand in der Prüfeningerstraße statt, da der Stadtrat im Ausschuss für Stadtplanung, Verkehr und Wohnungsfragen am 30.04.2019 beschlossen hat, dass der stadteinwärtige Fahrradweg der Prüfeningerstraße, der bisher nahe der Hedwigsklinik endet, durch einen Fahrradstreifen bis zum Platz der deutschen Einheit ergänzt werden soll. Diese Entscheidung begrüßen wir ausdrücklich. Allerdings sehen wir einen Radfahrstreifen an dieser Stelle als verpasste Chance, denn der Charakter der Straße, sowie der vorhandene Platz, sind perfekte Voraussetzungen um die erste „Protected Bikelane“, den ersten geschützten Radfahrstreifen, Regensburgs anzulegen. Diese geschützten Radwege können sicher von allen, auch Kindern und Teenagern, befahren werden. Gerade sie sind auf ihrem täglichen Schulweg hier ebenfalls sicher. Eltern, die um die Sicherheit ihrer Kinder wissen, lassen sie mit gutem Gewissen Rad fahren.

Die Bürger*innen wünschen sich eine Stadt mit hoher Lebensqualität, dafür müssen wir heute die Verkehrswende einleiten. Wir werden in Zukunft mit anderen Verkehrsmitteln unterwegs sein, anders als wir es bisher gewohnt sind: mehr Menschen werden ihre Wege mit dem Rad, zu Fuß oder mit Öffentlichen Verkehrsmitteln bewältigen. Damit aber mehr Menschen auf das Fahrrad umsteigen, müssen wir heute die Voraussetzungen dafür schaffen.

Städte wie Kopenhagen zeigen, dass eine hervorragende Fahrradinfrastruktur mehr Menschen motiviert das Rad zu nutzen: In Dänemarks Hauptstadt werden heute mehr Wege mit dem Fahrrad zurückgelegt als mit dem Auto. Dafür wurde jahrzehntelang in gute und durchdachte Radinfrastrukur investiert. In Regensburg sollten wir damit heute beginnen. Geschützte Radwege in der Prüfeningerstraße, die schließlich in ein durchgängiges Netz von Hauptrouten eingebunden werden, wären der erste Schritt in Richtung Verkehrswende und damit einer lebenswerten Stadt fürs 21. Jahrhundert.

Weitere Aktionen in den kommenden Wochen

Die Initiative Radentscheid Regensburg veranstaltete am Freitag, 20.09. zusammen mit der Aktionsplattform Verkehrswende und Fridays for Future Regensburg die vierte Fahrraddemo „I want to Ride my bicycle“. Die Veranstaltung beginnt um 15 Uhr vorm Hauptbahnhof. Nach der Abfahrt passieren wir zwei mögliche Vorrangrouten für den Fahrradverkehr. Die Fahrraddemo endet mit einer Kundgebung am Ernst-Reuter-Platz. Dort treffen die Radler*innen auf die Aktivist*innen von Fridays for Future, um ab 17 Uhr eine Menschenkette um die Altstadt zu bilden.

Am Donnerstag den 26.09.2019 starten wir die Fotoaktion #zugeparkt. An diesem Tag rufen wir öffentlich dazu auf, uns so viele Fotos wie möglich von Stellen, die mal wieder von Fahrzeugen zugeparkt wurden, zuzusenden. Das können Fahrzeuge auf Fuß- oder Radwegen sein, Fahrzeuge vor abgesenkten Bürgersteigkanten oder Fahrzeuge, die in Grünstreifen geparkt sind, wo sie nicht hingehören. Ziel der Aktion ist nicht die Anzeige der Fahrzeughalter*innen, sondern den zuständigen Behörden der Stadt aufzuzeigen, dass es hier ein Problem gibt, das nachhaltig zu lösen ist.