Sicher und zügig befahrbare Radwege für Regensburg

Menschen, die mit dem Fahrrad unterwegs sind, wollen genauso wie andere Verkehrsteilnehmer sicher, zügig und komfortabel auf ihren Strecken unterwegs sein. Das gilt natürlich besonders auch für längere Strecken von ca. 5 bis 20 km, z.B. vom Landkreis in die Stadt oder umgekehrt. Dass jetzt schon mehr Menschen auf das Fahrrad auf längere Strecken umsteigen, liegt natürlich auch an der steigenden Nutzung von Pedelecs.
Wenn es solche attraktiven Radwege gibt, sind die Bürger auch bereit, öfter ihr Auto, gerade auch im Berufsverkehr, stehen zu lassen.
In Regensburg und Umgebung gibt es heute schon ansatzweise solche zügig befahrbaren Radwege entlang der Flüsse, die aber oft eher eine touristische Ausrichtung haben und für Pendler nicht immer sinnvoll sind zu nutzen. 
Im Fahrradalltag findet man leider selten Strecken, die mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 20 oder 25 km/h durchgehend befahren werden können. Die Qualität vieler Radwege lässt zu wünschen übrig. Sie sind oft holprig, Bordsteinkanten sind schlecht abgesenkt, Bushaltebuchten liegen mitten im Fahrradweg, die Schaltung der Lichtanlagen ist auf die Geschwindigkeit des Autoverkehrs abgestimmt und Ein- und Ausfahrten zu Grundstücken queren. Auch rechtsabbiegende Autos an Kreuzungen sind ein großes Problem, da die Fahrzeugführer schlicht vergessen, auf die vorfahrtsberechtigten Radfahrer zu achten. Rechtsabbiegerunfälle sind immer noch die häufigsten Unfallursachen, die meist für den Radfahrer nicht gut ausgehen.   
Die Idee ist, Radwegehauptrouten als Vorrangrouten sternförmig von der Stadt an die Landkreisgrenze zu führen und auch drei ringförmige Verbindungen zu schaffen. Dieses Radwege-Hauptroutennetz soll abschnittsweise so gestaltet werden, dass es sicher und zügig befahren werden kann.Solche möglichst kreuzungsfreien Radwegeverbindungen können nur abseits von Hauptverkehrsachsen des Autoverkehrs entstehen. Zum Beispiel entlang von Flüssen, Bahnlinien oder parallel zu übergeordneten kreuzungsfreien Straßennetzen wie Bundesstraßen oder Autobahnen.
Zügig befahrbare Radwege sollen möglichst 4 bis 5 Meter breit sein, sind nur für Radfahrer freigegeben, asphaltiert, übersichtlich, ganzjährig befahrbar, möglichst kreuzungsfrei, beschildert und gut erkennbar als Radweg.
In Regensburg gibt es die gute Möglichkeit ein sicheres Kernradwegenetz entlang der Bahnlinien im Stadtgebiet sternförmig aufzubauen. Diese Idee ist schon mehr als 30 Jahre alt. Nachhaltig verfolgt wird sie aber nur abschnittsweise und leider auch nicht immer konsequent entlang der Bahnlinien.
Im Westen, wenn der Radweg im Baugebiet Dörnberg fertig ist, muss man am Ende doch wieder hier rüber zur Kirchmeierstraße, wenn man in Richtung Sinzing (zur neu geplanten Fahrradbrücke unterhalb der Eisenbahnbrücke) will. Im Norden endet der Radweg entlang der Bahnlinie hinter dem Candisareal an der Straubingerstraße und müsste von dort kreuzungsfrei am Bahndamm entlang durch das Hafengebiet weiterführen bis zur Donauarena bzw. zum Gewerbepark. Im Osten gibt es, sehr positiv, schon die Planungsidee einen Radweg entlang der Bahngleise vom Safferningersteg bis nach Burgweinting zu schaffen. Dieser Weg sollten dann auch in Burgweinting entlang der Bahngleise weitergeführt werden bis zur Südumgehung zw. Max-Planck-Straße und Obertraublingerstraße, um die Ortsdurchfahrt Obertraublingerstraße durch Burgweinting umgehen zu können. 
Anschießend an das Radwegenetz entlang der Bahngleise kann eine ringförmige Verbindung durch das Stadtgebiet geschaffen werden. Vom Gleisdreieck, über das eine Fußgänger- und Radfahrerbrücke entstehen sollte, damit man Richtung Donauarena und Gewerbepark kommt, kann ein Grünkorridor mit Fuß- und Radweg bis nach Königswiesen entstehen. Abschnittsweise wurde diese Verbindung schon einmal als Autostraße geplant und wurde „Burgunderring“ genannt. Unterhalb des Nibelungenareals wurde schon ein Stück vom Radwegering angelegt, allerdings mit einer sehr welligen Teerbeschichtung. Wie hier ein Winterdienst erfolgen kann, ist nicht klar. Auch eine konsequente Weiterführung in Richtung Westen und Nord-Osten ist nicht erkennbar.
Insgesamt ist zu empfehlen, Radwegehauptrouten nicht nur deutlich zu beschildern, sondern auch für alle Verkehrsteilnehmer deutlich und einheitlich sichtbar zu machen z.B. durch eine Bodenmarkierung mit Radsymbolen.  Weitere wichtige Pendlerrouten für Radfahrer zwischen Stadt und Landkreis, die entstehen sollten oder verbessert werden müssen, sind:

Einige Beispiele für mögliche Hauptrouten

A) Sternförmig:

1. Regentalradweg Westseite (Lappersdorf, Lorenzen, Regendorf …)

  • Dieser Weg ist einer der am häufigsten von Pendlern genutzten Radwege und heute schon überlastet. Der Weg ist mittlerweile zu schmal und unübersichtlich. Der Winterdienst ist abschnittsweise nicht gesichert.

2. Regentalradweg Ostseite Richtung Zeitlarn

  • Unlogische Radwegeführung über starkbefahrene Kreuzung/Straße des Autoverkehrs an der Stadtgrenze. Es fehlt eine Verbindung unter der B16-Brücke direkt zum Radweg nach Zeitlarn.
  • Sinnvoll wäre es eine Fahrradbrücke unterhalb der existierenden Brücke zum Sallerner-Kreisel zu schaffen.

3. Donauradweg – Nordseite Richtung Schwabelweis – Tegernheim.

  • Meist OK jedoch lückenhafte/fehlende Radinfrastruktur im Bereich um Walhalla-Allee/Schwabelweiser Brücke und Pilsen-Allee/Donaustaufer Straße

4. Donau-Südseite, Straubingerstraße / B8 Richtung Barbing

  • Zum Teil sehr schadhafte und unebene Oberfläche, starke Verschmutzungen und Zweirichtungsradweg. Radweg bleibt auch nicht durchgehend auf einer Straßenseite.
  • Der Weg ist nicht ganzjährig befahrbar. 

5. Donau-Nordseite, B8 Richtung Kneiting, Pettendorf, Etterzhausen, Nittendorf

  • Gut ausgebauter Radweg, leider zum Teil mit beschädigter Oberfläche. Sinnvoll wäre hier, bei Kneiting eine Brücke für Fussgänger und Radfahrer zu den großen Arbeitgebern im Stadtwesten zu schaffen oder zum Westbad.

6. Südlich der A3 – Anbindung Neutraubling – Regensburg Gewerbegebiet Ost

  • Feldweg zw. Leibnitzstraße und Gärtnersiedlung/Neutraubling. Der Weg ist geschottert, hat zahlreiche Schlaglöcher, kann bei regnerischen Wetter nicht befahren werden, hat keinen Winterdienst, wäre aber die direkteste Verbindung zwischen Regensburg und Neutraubling.
  • Mit der Kreuzhofbrücke (nahe Ikea) über die Autobahn A3 würde sich für Radfahrer sogar ein Abzweig Richtung Barbing anbieten.

7. Unterislinger Weg Richtung Scharmassing-Oberhinkofen

  • Es fehlt ein baulich getrennter Radweg zur Landkreisgrenze. Weiterhin ist zu bemängeln, dass hier Autos im Stadtgebiet bis zur Stadlerstraße zu schnell fahren, als dass man als Radfahrer oder Fußgänger sicher die Straße kreuzen könnte (Beerenmeile, Abzweig Fahrradweg nach Burgweinting und Ziel Pferdestall an der Stadlerstraße bzw. Aubach) 

8. Augsburgerstraße (Pentling)

  • Lückenschluss in der Radwegeverkehrsführung über die A3. Eine Alternativroute die Rotsäulenbrücke könnte ein Ersatz sein, müsste dann mit durchgehender Bodenmarkierung deutlich sichtbar gemacht werden.

9. Route Kareth/Oppersdorf Hainsacker über Schelmengraben

  • Schlechte, bzw. keine Radwegeführung durch Kareth und Schelmengraben

10. Max-Planck-Straße (B15)

  • Weiterführen des Radweges entlang der B15 auf Höhe BMW Werk nach Obertraubling

11. Den neuen Radweg entlang der Pilsen-Allee (Ostumgehung) bauen.

  • Die Anbindung an Gonnersdorf/Wenzenbach verbessern, evtl. entlang der Bahntrasse. 

Insgesamt ist zu empfehlen, Radwegehauptrouten nicht nur deutlich zu beschildern, sondern auch für alle Verkehrsteilnehmer deutlich und einheitlich sichtbar zu machen, z.B. durch eine Bodenmarkierung mit Radsymbolen.  

B) Ringförmig:

1. Innerer Radwegering         

  • a) als südliche Altstadtumfahrung und schnelle Verbindung zum HBF vom Bismarckplatz über Ägidienplatz, Marschallstraße, Emmeramsplatz, St.-Peters-Weg, Ernst-Reuterplatz, Ostenallee bis Ostentor/Villapark und umgekehrt
  • b) als nördliche Altstadtumfahrung bietet sich, ab dem Arnulfsplatz, der Weißgerbergraben und die Achse Thundorfer-Kepler-Straße und umgekehrt, an.

2. Mittlerer Radwegering (vorstellbar als kompletter Ring mit 2 Brücken über die Donau)         

  • Der Ring startet an der Donauarena über eine Fuß- und Radelbrücke über die Donau mit einem Radweg entlang der Bahngleise bis ins Bahn-Gleisdreieck, überquert dieses wiederum über eine Fuß- und Radwegebrücke. Der Radweg folgt weiter der Achse Zeißstraße, Alemannenstraße, Burgunderstraße bis zur Techbase, quert die Galgenbergstraße und den Uni/OTH Campus bis zur Universitätstraße. Man schafft eine Verbindung zur Karthauserstraße und kann dann über die Nibelungenstraße weiter zur Erzbischof-Buchberger-Allee, Dr.-Gessler-Straße, Dürerstraße, Ziegesdorferstraße, Prüfeninger Schloßstraße mit einer Überführung zum Rennweg (oder über Unterführung Lilienthalstraße) über Killermannsstraße bis runter zur Donau, mit einer Kneitinger Fuß- und Radfahrerbrücke über die Donau und dann entlang des nördlichen Donau-Ufers zurück bis zur Donauarena.

3. Äußerer Radwegering 

  • von Pentling über Grass, Leoprechting, Oberisling, Burgweinting, Harting bis nach Neutraubling Höhe Krones (evtl. weiter bis zum Guggenberger See)