Fahrradabstellanlagen

In den letzten Jahren hat die Stadt bereits einige neue Fahrradabstellplätze beschafft, allerdings wurde schnell klar, dass sie bei weitem nicht ausreichen. Wer durch die Stadt spaziert, sieht an vielen Ecken und Hauswänden Räder lehnen, wer zum Bahnhof geht, sieht, dass sie ganze Wege blockieren.
Um dem Fahrradverkehr Vorfahrt zu geben, benötigen wir in ganz Regensburg gute und sichere Abstellmöglichkeiten. Die Qualität aber auch der Wert von Fahrrädern ist in den letzten Jahren sehr gestiegen. Um ein gutes Fahrrad sicher abstellen zu können, benötigt man mindestens eine Möglichkeit das Fahrrad anzuschließen. Besonders über Nacht oder über einen längeren Zeitraum auch tagsüber abgestellte Fahrräder benötigen eine überdachte Abstellanlage, die gegebenenfalls auch überwacht ist.Schafft man keine sicheren Abstellmöglichkeiten, z.B. in Wohngebieten, im Geschoßwohnungsbau oder Studentenwohnheimen, werden die Menschen, die dort leben, nur billige Fahrräder oder sogenannte Schrotträder nutzen, die dann bald irgendwo herumstehen, technisch nicht in Ordnung sind und nicht dann mehr genutzt werden.  
Insbesondere öffentliche Einrichtungen wie Schulen, Theater, Sportstätten und Einkaufszentren, aber auch Bushaltestellen, P+R Parkplätze und die Bahnhöfe zählen zu den wichtigsten Orten für öffentliche – und sichere – Abstellplätze. 
Offenbar nimmt auch die Zahl der Arbeitnehmer, die mit dem Auto zu einem Parkplatz am Stadtrand oder am Bahnhof einer Nachbargemeinde fahren und sich von dort mit dem Fahrrad zu ihrem Arbeitsplatz begeben, ständig zu. Dort werden dringend Radabstellanlagen benötigt, denn Räder, die an Laternen, Zäunen oder Schildern angekettet sind, stören und bieten keinen schönen Anblick.
Nicht zu vergessen: Bei größeren Abstellanlagen sollte man Schließfächer für das Gepäck der Radler bereitstellen. Oft wissen Radler nicht, wo sie ihre Packtaschen oder Einkäufe für ein paar Stunden unterbringen können, wenn sie z. B. zu Fuß in der Altstadt unterwegs sein wollen.
Besonders im Bereich der Innenstadt werden für die Bewohner, die nicht über ausreichende Fahrradabstellplätze verfügen oder diese viel zu kompliziert zu erreichen sind, Anlagen im öffentlichen Raum notwendig. Bei der Neuplanung von Gebäuden wird dies über die Stellplatzverordnung der Stadt Regensburg ausreichend geregelt, jedoch für den Bestand gibt es keine Einflussnahme mehr. Hier sollten im öffentlichen Raum Maßnahme angeboten und umgesetzt werden.
Sichere Abstellanlagen sind mit Fahrradbügeln ausgestattet oder sind z.B. mit dem üblicherweise platzsparenden und leicht verständlichen Beta-Einstellsystem bestückt. Bei beiden Lösungen können Fahrräder mit dem Rahmen angeschlossen werden.
Eine Abstellqualität für Räder, die man in Regensburg noch nicht kennt, sind Fahrradparkhäuser. Parkhäuser für Autos sind selbstverständlich im öffentlichen Raum und an großen Einkaufszentren. Öffentlich zugängliche Parkplätze für Fahrräder sind in diesen Parkhäusern nicht zu finden.In vielen deutschen Städten findet man schon Fahrradparkhäuser in der Nähe von Bahnhöfen. Das Einstellen eines Fahrrades kostet dort meist 1 Euro pro Tag, ein Monatsticket kostet ca. 10 Euro, ein Jahresticket ca. 100 Euro bzw. für Schüler und Studenten ca. 80 Euro.  

Das „Strategiekonzept Parken in der Innenstadt“ für Regensburg bestätigt für die Besucher und Kunden mit PKW, es stehen aktuell fast 6.500 Parkmöglichkeiten in fußläufiger Entfernung zur Altstadt zur Verfügung. Hinzuzurechnen sind 2.850 Stellplätze auf den beiden Anlagen Dultplatz und Kuglerplatz sowie im Parkhaus an der St.-Hedwigs-Klinik. Unter Berücksichtigung der hier nicht erfassten bzw. aufgeführten sonstigen Stellplätze, die der allgemeinen Öffentlichkeit zugänglich sind, stehen den Kunden und Besuchern der Innenstadt insgesamt knapp 10.000 PKW Parkplätze zur Verfügung, davon etwas über 4000 Stellplätze in Parkhäusern.
Rechnet man die noch weiter umliegenden großen Parkhäuser (wie DEZ und ALEX) und öffentlichen Parkplätze, wie die P+R Anlage der Continental Arena dazu, kommt man auf ca. 17.000 PKW Parkplätze im Stadtgebiet, davon ca. 7550 Stellplätze in Parkhäusern. Eine Vielzahl nicht erfasster privater und öffentlicher Stellplätze ist dabei nicht berücksichtigt!Ca. die Hälfte der 17.000 Parkplätze können kostenlos und meist ohne Zeiteinschränkung, genutzt werden.

Das Ziel für den Radverkehr sollte sein, im ganzen Stadtgebiet die Anzahl der Fahrradabstellanlagen deutlich zu erhöhen, so dass man jederzeit sein Fahrrad sicher und möglichst wettergeschützt (überdacht) abstellen kann.   Ein PKW Parkplatz kann ebenerdig ca. 10 Fahrradstellplätze aufnehmen. Kann sogar einen Doppelstock-Parksystem realisieren werden, können sogar 20 Fahrräder, z.B. in einem Parkhaus, pro PKW Stellplatz abgestellt werden.

Resümee

Zum System Radverkehr gehören auch sichere und möglichst wettergeschützte Abstellanlagen, besonders weil Fahrräder auch hochpreisiger geworden sind. Das Sicherheitsbedürfnis sein Fahrrad sicher abzustellen ist definitiv besonders in den letzten Jahren gestiegen. Wir halten es für sehr sinnvoll, dass 10.000 neue, sichere und möglichst überdachte Fahrradabstellplätze im gesamten Stadtgebiet bis 2025, bzw. in Parkhäusern bis 2030, geschaffen werden.Diese sollen vor allem in der Nähe von öffentlichen Einrichtungen, an Verkehrsknotenpunkten, großen Einkaufzentren und in Wohngebieten entstehen. Insbesondere soll der Umstieg zwischen ÖPNV (Öffentlichen Personen Nahverkehr) und Fahrrad erleichtert werden.Im Bereich des Hauptbahnhofes sollen auf der Nord- und Südseite Fahrradparkhäuser mit bis zu 3000 Abstellplätzen geplant und schrittweise realisiert werden.