Eine verpasste Chance

Veröffentlicht von Michael Achmann am

Teddy Lane in Regensburg
Unsere Teddy Lane in der Markomannenstraße

Der Radentscheid-Regensburg startet am 13.06.2019, um 17:00 Uhr, an der neuen Brücke über die Autobahn A3 in der Markomannen Straße, nahe der Einfahrt zum Recyclinghof, eine Aktion mit der Teddy-Lane, um zu demonstrieren wie ein geschützter Radweg hier aussehen sollte.

Transporter, Bus und Radler auf der Markomannenstraße
Ein Bus und ein Transporter begegnen sich, der Radler wird nahezu abgedrängt.

Die neu gebaute Brücke, über die Autobahn A3 Richtung Burgweinting, wurde aktuell mit aufgemalten Radschutzstreifen, rechts und links auf der Fahrbahn, ausgestattet. Diese erfüllen offensichtlich nicht ihren schützenden Zweck. Viele Bürger aus Burgweinting beschweren sich über die nur markierten Radwegestreifen auf der Straße und fragen sich, warum die neu gebaute Brücke nicht breiter gebaut wurde, um baulich getrennte und geschützte Radwege realisieren zu können. Michael Achmann ein Sprecher vom Radentscheid: „Auf Jahrzehnte hinaus ist hier keine wirklich bessere Lösung mehr möglich.“ Autofahrer und Radfahrer sind gleichermaßen verwirrt über ihre schmalen Fahrspuren. Sie fahren einfach über die weiß gestrichelten Linien und nutzen die Fahrradstreifen als Fahrspur, was wiederum die Radfahrer, besonders Familien mit Kindern, verunsichert. Viele Autofahrer scheinen auch nicht zu wissen, dass sie trotz der weißen Linien, beim Überholen der Radfahrer, den Sicherheitsabstand von mindestens 1,5 Meter einhalten müssen. Sie fahren beim Überholen einfach entlang der Linienmarkierung, knapp an den Radfahrern vorbei. Wolfgang Bogie: „So eine Lösung, mit überfahrbaren Schutzstreifen, kann man auf einer engen Bestandsstraße anstreben, aber bei einem Neubau ist das ein Unding.“

Für den Radentscheid Regensburg ist das eine klassische Fehlentwicklung. Wer bis jetzt noch nicht verstanden hat, welches Ziel der Radentscheid mit seinen zu entwickelnden Hauptrouten für den Radverkehr verfolgt, findet hier ein schlechtes Beispiel vor.

Die Demonstranten des Bürgerentscheid Radentscheid Regensburg rollten zur Veranschaulichung einen roten Teppich aus, der mit den Kuscheltieren am Rand als Teddy Lane zeigen soll, wie ein geschützter Radfahrstreifen (GRS) hier aussehen sollte.   

Protected Bike Lane

Der Radentscheid fordert sichere Radwege-Hauptrouten, stern- und ringförmig durch das Stadtgebiet, abseits von stark befahrenen Hauptverkehrsachsen des Autoverkehrs. Die Autohauptachse ist in dem Fall Burgweinting die Landshuter Straße. Die Landshuter Straße kann nie eine Hauptroute für den Radverkehr werden oder man müsste hier konsequenterweise eine Autospur nur für den Radverkehr zur Verfügung stellen und die Grünphasen auf die Geschwindigkeit der Radfahrer abstimmen. Das ist aber nicht das Ziel. Es sollen eben parallele Radrouten entstehen, auf verkehrsberuhigten Nebenstraßen. Z.B. von Burgweinting über die Markomannenstraße, durch den Grünzug Hinterer Mühlweg, weiter über die Alfons-Auer-Straße, Sternberg Unterführung und Hemauerstraße bis zur D.-Martin-Luther-Straße. Das bedeutet, hier kann man, wenn man das planerische Ziel hat, im vorhanden Straßennetzt eine attraktive und sichere Hauptroute für den Radverkehr entwickeln. Ingolf Radke: „Das verkehrsplanerische Ziel sollte hier sein, dass ohne weiteres Schüler ab 10 Jahren alleine oder Eltern mit ihren Kindern sicher und ganzjährig unterwegs sein können.“

Nicht immer ist es so einfach wie hier, im Bestand eine Hauptroute für den Radverkehr zu entwickeln, oftmals sind dazu Brückenbauwerke notwendig, die solche Routen, abseits von Hauptverkehrsachsen des Autoverkehrs, erst erschließen. Das können Fuß- und Radfahrerbrücken über die Bahnschienen sein oder wie aktuell diskutiert der Holzgartensteg über die Donauarme.

Verkehrsplanerische Mittel zur Entwicklung solcher Radrouten können, abschnittsweise, sehr unterschiedlich sein. Wie in vielen Städten schon üblich, z.B. in München, können das Fahrradstraßen in Nebenstraßen sein oder geschützte Radfahrstreifen, die baulich getrennt und damit geschützt von den Autofahrspuren verlaufen. Manchmal genügt es aber auch die Fahrgeschwindigkeit auf 30 km/h festzulegen.
In dem konkreten Fall der Markomannen Straße lässt sich leider nicht mehr viel retten. Man kann jetzt zur Sicherheit der Radfahrer nur noch die Geschwindigkeit reduzieren und die Radwege komplett rot einfärben oder eine Einbahnstraßenregelung für den Autoverkehr schaffen.


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